08.09.2016

Handgepäck-Buggys und Reboard-Autositze im Trend

Baby- und Kinderausstattung profitiert von der Renaissance der Familie

Der Handel mit Baby- und Kinderausstattung profitiert vom anhaltenden Babyboom durch wachsende Umsätze. Betrachtet man die ersten 3 Lebensjahre, gaben die Eltern in 2015 nach Einschätzung der IFH Retail Consultants 2,4 Mrd. Euro und damit 5 % mehr für Baby- und Kinderausstattung aus. Umgerechnet sind das ca. 1.122 Euro pro Kind. „Die wachsende Lust auf Familie und der kleine Babyboom treiben den Markt. Eltern, Großeltern und Tanten helfen bei Beratung und Finanzierung tatkräftig mit“, so Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS).

Wann – wenn nicht jetzt? Heiraten und Familie gründen liegt bei jungen Deutschen weiter im Trend: Das Statistische Bundesamt meldet für 2015 ein neues Geburtenhoch von 737.630 Kindern (+3,2 %). Gleichzeitig haben 2015 rund 400.000 Paare den Bund der Ehe geschlossen. Das sind 3,6 % mehr als 2014. Der gute Arbeitsmarkt und mehr Betreuungsangebote – wie neue Kitas - geben dem Babyboom Rückenwind, der schon im vierten Jahr für eine steigende Geburtenrate sorgt.

Bei jungen Eltern geht der Trend zur neuen Wertigkeit – so wird bei Babytextilien auf ökologisch produzierte Baumwolle geachtet und auch beim Design ihrer Kinderwagen sind junge Eltern anspruchsvoller geworden. Fischel: „Den Stil junger Eltern erkennen Sie an ihrem Kinderwagen. Er muss gut aussehen und sich gut anfassen: Auch in den Mittelpreislagen dominiert inzwischen optisch und haptisch attraktive Ware. Melangetextilien bleiben im Trend, hinzukommen Jeansoptiken und Lederapplikationen. Bei den Kinderwagengriffen ist Leder inzwischen schon Standard.“

Junge Eltern sind mobil wie noch nie und wollen den Kinderwagen auch leicht im Kofferraum verstauen: So fragen sie zunehmend Buggys und Sportwagen nach, die sich leicht auf Handgepäck-Format zusammenfalten lassen. Laut dem Marktforschungsunternehmen Interconnection Consulting kauften die Deutschen in 2015 insgesamt 670.500 Kinderwagen (+3 %).

Ähnlich wuchs der Markt für Autokindersitze: Die Deutschen kauften 2015 laut Interconnection Consulting rund 2,4 Millionen Autokindersitze – das sind 3 % mehr als im Vorjahr: Zunehmend nachgefragt werden rückwärtsgerichtete Autokindersitze für Kleinkinder. Bei diesen Reboard-Sitzen soll das Gewicht des Kindes beim Aufprall - wie bei Sitzen mit Fangkörper – stärker verteilt werden. Denn der Körper des Kindes wird im Reboard-Sitz durch die ganze Rückenlehne aufgefangen.

Baby- und Kleinkindspielzeug
Bei Spielzeug für ihre Kleinsten zeigten sich die Deutschen zuletzt besonders spendabel, wie das Verbraucherpanel Spielwaren der npdgroup zeigt. Während der Spielwaren-Gesamtmarkt in 2015 um 6,6 % zulegte, stieg der Umsatz bei Spielzeug für unter 3-Jährige sogar um 8,7 %: Zählt man alles, was laut npdgroup-Statistik für unter 3-Jährige gekauft wird, wie Sandspielzeug, Lego duplo, Brettspiele oder Bobby Cars, gaben die Deutschen 2015 525 Mio. Euro aus:

NTG goes Baby
Auf der Kind + Jugend in Köln wird der Dienstleister der Spielwarenbranche Network Toys Germany (NTG) den offiziellen Startschuss für die Öffnung hin zur Babybranche geben. Willy Fischel, BVS- und NTG-Geschäftsführer: „Unterschiedliche Datenformate kosten Zeit und Geld. Der NTG-Branchenstandard ist der Schlüssel zur Vereinfachung des elektronischen Datenaustausches (EDI). Diese Prozessoptimierung führt zu mehr Wertschöpfung in der Babybranche. Um die Einbindung der Marktteilnehmer zu forcieren, sucht NTG den partnerschaftlichen Dialog.“ So profitieren Handel und Industrie von den Zeit- und Kostenvorteilen des Branchenstandards.

Für den Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) ist die Kind + Jugend die Plattform für den deutschen und auch internationalen Einzelhandel, um Lieferantenbeziehungen zu pflegen, neue Geschäftskontakte zu knüpfen und Produktinnovationen kennenzulernen. Laut BVS ist die Kind + Jugend die Leitmesse für alle Fachhändler mit Baby- und Kinderausstattungssortiment. Dieses umfasst Kinderwagen und Autokindersitze, Spielzeug, Textilien, Möbel bis hin zu Pflege- und Sicherheitsartikeln. Allein in Deutschland handeln ca. 1.000 Händler mit Baby- und Kinderausstattung und ca. 3.500 Händler mit Spielwaren.